Informationsflut und Webdesign: Ist minimalistisches Design die Antwort?

17. März 2020 | asperger about design

Informationen überschwemmen uns heute. Eine schier nicht abreißende Flut von Reizen und Inhalten konkurriert um unsere begrenzte Aufmerksamkeit. Es geht dabei nicht nur um reine Informationen – ganze Botschaften werden aufwändig inszeniert und auf allen verfügbaren Kanälen rund um die Uhr gesendet.

Eng damit verbunden: die Optionsflut. Auswahlmöglichkeiten zu haben ist etwas Gutes, doch sie erstrecken sich mittlerweile auf alle Bereiche des Lebens und laufen Gefahr, zum Stressakt zu werden. Eine grosse Anzahl an Optionen bremst uns aus – Entscheidungen brauchen aufgrund der Informationsverarbeitung Zeit.

Der Trend zum Minimalismus, die Reduktion auf das Wesentliche, ist eine Strategie, um mit dieser Situation umzugehen. Ansatzpunkt ist die Annahme, dass weniger mehr ist. Dass das Leben einfacher ist, wenn es weniger Reize und weniger Auswahl gibt.

Für Businessinhaber liegt es nahe, dem Bedürfnis ihrer Kunden nach schnellen und sicheren Entscheidungen zu entsprechen. Sie entwickeln ein klares, übersichtliches und für die Zielgruppe überzeugendes Angebot, das sie nur noch in ein minimalistisches Design giessen brauchen. Oder?

Warum minimalistisches Design viel, aber nicht immer zielführend ist

Minimalistisches Webdesign, oder auch Clean Webdesign genannt, greift den Trend zum «Weniger ist mehr» auf: Wesentliche Inhalte werden prägnant dargestellt. Es gibt viel Weissraum, homogene Flächen oder vollflächige ansprechende Hintergrundbilder. Wenige, klar umrissene und griffig formulierte Angebote ersetzen eine tiefe Navigation und viel Kleingedrucktes. Ein einfaches Menü rundet die Seite ab.

An diesen Zeilen wird deutlich, dass die Gestaltung der Produkte und Services und das Webdesign eng miteinander verknüpft sind. Ein minimalistisches Design verlangt ein minimalistisches Angebot.

Ein gelungenes Webdesign lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher auf die wesentlichen Inhalte. Es ermöglicht, dass sie sich spielend und intuitiv zurechtfinden und initiiert auf diesem Weg eine Aktion, – beispielsweise die Bestellung des Newsletters, die Anmeldung zu einem Event, dem Folgen auf den Social Media oder den Kauf eines Produktes. 

Doch ein aufgeräumtes Webdesign hilft nicht, wenn Smartphone-Nutzer vergeblich versuchen, auf winzige Buttons zu klicken, die nicht für Mobilgeräte optimiert ist.

Werden Websites auf Smartphones oder Tablets unvorteilhaft dargestellt, vergrätzt das nicht nur die Besucher, sondern es gelangen grundsätzlich auch immer weniger Besucher auf die Website. Denn Google zeigt seit April 2015 für Mobilgeräte optimierte Webinhalte vorne in den Suchergebnissen an.

Ein responsive Webdesign, ein reaktionsfähiges Webdesign, das sich dem Endgerät anpasst, greift dabei zu kurz. Es birgt die Gefahr, dass die Mobilansicht nicht mehr als wie eine reduzierte Notlösung daherkommt. 

«Mobil First» ermöglicht funktionierendes minimalistisches Design

Zeitgemässes Webdesign setzt deshalb früher und grundlegender an. Es versucht nicht, eine Desktop-Version in ein responsive Webdesign zu pressen. Das Konzept «Mobile First» rückt die Mobilgeräte selbst in den Mittelpunkt bzw. an den Anfangspunkt der Überlegungen.

Am Anfang steht die Frage, wie sich relevante Inhalte auf dem kleinstmöglichen Gerät darstellen lassen. Aufbauend auf dieser mobilen Basisversion werden sukzessive mehr Inhalte für die grösseren Bildschirme hinzugenommen.

Aufbauend auf der Informationsarchitektur einer Seite, stellt das Webdesign die wesentlichen Inhalte und Leistungen eines Unternehmens ins Rampenlicht. Wird «Mobile First» konsequent verfolgt, entstehen mobile Ansichten, die wie eine mühelose Verschmelzung von Nutzungssituation und relevanten Inhalten wirken.

Die Frage nach einem minimalistischen Design als Antwort auf die zunehmende Informationsflut ist also zu kurzgefasst. Am Anfang der Überlegungen steht die Frage, wie das Angebot in den verschiedenen Informationsarchitekturen funktioniert. An dieser Stelle werden bereits grundlegende designtechnische Entscheidungen getroffen.

Wenn Sie auf der Suche nach einer Agentur sind, die Ihnen ein minimalistisches Webdesign realisieren soll, dann suchen Sie sich eine Agentur, die Ihnen kein minimalistisches Design verspricht, sondern ein funktionierendes Design. Das ist erfolgversprechender.