Neue Köpfe, neue Ideen

23. Januar 2020 | asperger inside

Nach zwei Jahren als Senior Consultant wechselt Noé Robert an die Spitze der Asperger AG und wird die Agentur gemeinsam mit Marius Deflorin neu ausrichten.

Marius Deflorin (links) und Noé Robert

«Ich freue mich sehr auf diese neue, sinnstiftende Aufgabe. Wir werden in den nächsten Wochen intensiv an unserer Positionierung arbeiten und die Agentur neu ausrichten. Mit meiner Erfahrung der letzten Jahre als Markenspezialist steuern wir die Agentur in eine integrierte Zukunft. Deshalb werden beispielsweise die Bereiche Motion Design und Brand Experience weiter ausgebaut», so Noé Robert.

Bei Process SNK verantwortete er verschiedene Marken Strategieprojekte, Markenkreationen und deren Umsetzung für grössere Mandate. Zu seinen Kunden gehörten nationale und internationale Unternehmen wie EKZ, Mercedes Benz Trucks, VBZ und Denner. Zuvor hat er erfolgreich eine Branding Agentur aufgebaut und geleitet.

Ebenfalls neu ist Marius Deflorin als COO. Er war zuvor Creative Director und später COO der Zürcher Multimedia-Agentur Imaculix, verantwortlich für verschiedene Film- und Digitalproduktionen in der Schweiz und im Ausland. Zu seinen Kunden gehörten Auto- und Uhrenmarken sowie Unternehmen der Unterhaltungselektronik wie Audi, IWC, Samsung, Coca-Cola und das Zurich Film Festival.

In der Branche wurde von diesen Neuerungen schon Kenntnis genommen:

Pantone präsentiert Farbe des Jahres 2020

21. Januar 2020 | asperger about design

2020 macht auf seriöse Weise blau – zumindest, wenn es nach dem Farbinstitut Pantone geht. Dominierte im Jahr 2019 das lebendige, leuchtende «Living Coral», wartet im Jahr 2020 eine solidere Farbe auf uns: Classic Blue.

Classic Blue vermittelt nach Worten des Pantone Instituts Ruhe, Souveränität und Verbundenheit. Auf dem Weg in ein neues Jahrzehnt adressiert es den Wunsch nach einer stabilen Grundlage, auf der wir aufbauen können. Die geschäftsführende Pantone-Direktorin Leatrice Eisenmann sagt zu der Wahl von Classic Blue als Farbe des Jahres 2020:

«Die heutige Zeit verlangt Vertrauen und Hoffnung. Der klassische Blauton Classic Blue, ganz geprägt von Konstanz und Verlässlichkeit, strahlt genau diese Zuversicht aus. Das intensive Classic Blue verankert uns sicher im Hier und Jetzt. Classic Blue, das für die endlose Weite des Abendhimmels steht, ruft uns auf, unseren Horizont zu erweitern, klare Gedanken zu fassen, neue Perspektiven einzunehmen, frei und unvoreingenommen zu kommunizieren.»

Classic Blau: Farbe der seriösen Langweiler?

Wenn Sie jetzt, wie einige erste Kommentatoren, von dieser Wahl enttäuscht sind, weil Sie sich irgendwie einen aufregenderen Farbton für das magisch klingende Jahr 2020 versprochen haben, dann möchten wir Ihnen mit den folgenden Zeilen aufzeigen, welche tiefgreifend transformative Ausstrahlung eine Farbe wie Classic Blau haben kann.

Die Farbe Blau betreibt in eigener Sache nämlich ein klassisches Understatement. Sie erscheint zunächst einmal als die typische, seriöse Logofarbe von Finanzdienstleistern wie American Express, Visa, Goldman Sachs, Paypal oder die Deutsche Bank. Auch IT-Unternehmen wie Intel, HP oder IBM führen ein blaues Logo; so wie auch viele Plattformen wie LinkedIn, Facebook, Twitter, Vimeo, Tumblr oder Dropbox.

Doch Blau ist viel mehr, als die Farbe von Facebook zu sein: Ein strahlend blauer Himmel an einem Sommertag. Das Bild der blauen Erde aus dem Weltraum fotografiert. Meere, Seen und Flüsse werden blau dargestellt.

Blau umfasst den Himmel, die Erde und das Wasser. Blau ist damit ein universelles und grundlegendes Phänomen, das uns tief berührt.

Die anregenden Aspekte einer soliden Farbe

Wir lieben Blau, weil es in Zusammenhängen vorkommt, in denen es eine durchweg positive und gleichzeitig zentrale Bedeutung für uns hat. Es ist bei beiden Geschlechtern die beliebteste Farbe der Welt. Damit ist sie praktisch genderlos.

Jeden Morgen, wenn wir aufstehen, sind Himmel und Erde da. Es sind verlässliche Erscheinungen, die untrennbar mit unserer Existenz verbunden sind. Und Himmel, Meer und Weite, das heisst auch: Loslassen und Entspannen. Etwas Besseres kann man mit einer Marke oder einem Produkt fast nicht verbinden: Eine Art Urvertrauen, ein ozeanisches Gefühl – in von Zukunftsängsten geprägten Zeiten wichtig. Für all dies steht Classic Blue.

Classic Blue: Farbe der Wendezeit

In den USA ist die Unterteilung in rote Staaten und blaue Staaten gebräuchlich – wobei die blauen Staaten durch eine Mehrheit für die Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei gekennzeichnet sind. Einige Designer deuten das Votum für Classic Blue angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA als deshalb als politisches Signal und Wunsch des Pantone Instituts zugleich.  

Ganz unabhängig davon, ob eine politische Absicht mit dieser Wahl verbunden ist, begleitet uns Classic Blue in ein neues Jahrzehnt. Geben wir dem Pantone Institut das abschliessende Wort zur Farbe des Jahres: «In einer Zeit, in der uns der technologische Fortschritt zu überrollen droht, ist es nur natürlich, dass wir uns verstärkt zu soliden, ruhigeren Farben hingezogen fühlen. Das sanfte, ansprechende und Vertrauen erweckende Classic Blue steht für harmonische Interaktionen. Universal begehrt, erinnert es uns daran, dass auf jede Nacht ein Morgen folgt

8 Design-Trends für 2020

14. Januar 2020 | asperger charts

Agency Adventures by Sue & Balu (2)

17. Dezember 2019 | asperger inside

Neue Visitenkarten, neues Glück

9. Dezember 2019 | asperger portfolio

Nach einer intensiven und kreativen Vorbereitungszeit sind unsere Visitenkarten druckfrisch zur Übergabe bereit! Sie sind übersichtlich und auffällig leuchtend zugleich – der akzentuierte Einsatz von Neonfarben macht es möglich.

Post-it

2. Dezember 2019 | asperger inside

Was Sie in puncto Design von der SBB lernen können

25. November 2019 | asperger likes

Eine Eisenbahn-Infrastruktur und ihre Verkehrsleistungen zu gestalten, das klingt in so manchen Ohren nicht wirklich interessant. Doch der SBB gelingt es seit langer Zeit, Funktionalität und zeitloses Design zu vereinen. Und das weit über den Designklassiker der berühmten Bahnhofsuhr hinaus. Beim Bau von Zügen, Bahnhöfen und Brücken; bei der Gestaltung von Kennzeichnungen sind die SBB gut. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen. 

Eine Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich stellt die Leistungen der SBB in Architektur, Industriedesign und visueller Kommunikation dar. Bei der Betrachtung der Ausstellungsstücke wird deutlich: Das Bahnreisen in der Schweiz wäre eine durchweg chaotische und unangenehme Erfahrung, wenn sie nicht professionell gestaltet wäre. Das durchdachte und konsistente Design schafft Struktur, Orientierung und Reisekomfort.

Eine herausragende Rolle spielt dabei das Kommunikationssystem, das den Alltag auf Schweizer Schienen und Bahnhöfen regelt. Es ist die Signaletik, die Ordnung stiftet und alle 793 Bahnhöfe und Haltestellen zu einem grossen, einheitlichen optischen Ganzen verbindet. Was wäre der Zürcher Hauptbahnhof oder irgendein anderer Bahnhof in der Schweiz ohne die pragmatischen, blauen Piktogramme, die Reisende unterschiedlicher Sprachen schnell den Weg finden lassen?

Eine gute Signaletik ist aber nicht nur blosser Service am Kunden. Bei einem Grossbrand am Flughafen Düsseldorf starben 1996 mehrere Menschen, unter anderem waren unklare und fehlende Beschriftungen daran schuld.

Was hat das nun mit Ihnen zu tun, der Sie wahrscheinlich nicht für den Betrieb eines Bahnhofs verantwortlich sind?

Sind Sie schon einmal in einem Baumarkt auf der Suche nach einem speziellen Lack gewesen? Haben Sie sich je über eine unübersichtliche Speisekarte geärgert? Sind Sie auf der Suche nach Ihrem Auto länger als nötig durch ein Parkhaus geirrt? Haben Sie auf der Website Ihrer Gemeinde einmal nach der Information gesucht, wie Sie eine alte Terpentinflasche entsorgen können? Haben Sie schon einmal ein Online-Formular abgeschickt und waren sich anschliessend unsicher, ob dieses auch wirklich gesendet wurde?

Im Prinzip muss jeder Mensch, der ein Business verantwortet, seinem Kunden helfen, sich zu orientieren bzw. dem Kunden die Sicherheit geben, dass er den richtigen Schritt gemacht hat.

Der Kunde muss intuitiv begreifen, wo er den Lack findet, welche Speisen mit welchen Zutaten im Angebot sind, wie er sich seinen Parkplatz merkt, wo er hin klicken muss, um eine Information zu finden. So wie die SBB ihren Kunden klar signalisiert, wo der Bahnsteig 4 ist und der Bahnsteig 4 an jedem Bahnhof gleich angeschrieben ist. Die SBB nennt das Kundenführung und schreibt dazu:

Die SBB verfolgt das Ziel einer bestmöglichen Kundenführung. Mit Kundenführung bezeichnet die SBB ein übergeordnetes Informationssystem, das Kunden der SBB vom Beginn einer Reise bis zum Ziel − von Tür zu Tür − mit Informationen zur Reise versorgt. Die SBB nutzt zur Kundenführung im Wesentlichen die Komponenten «Kundeninformation» und «Signaletik».

Wichtig ist dabei die vollständige Informationskette – von der anfänglichen Orientierung bis zur Zielbestätigung. Zielbestätigung heisst beispielsweise, dass der Kunde eine Nachricht erhält, ob das Formular korrekt übertragen wurde. 

Die Funktionalität eines Produktes oder einer Dienstleistung und das Kommunikationssystem sind eng miteinander verknüpft. Vielleicht haben Sie Lust, sich von einem Technikriesen inspirieren zu lassen und zu prüfen, ob und was Sie für sich und Ihr Geschäftsfeld übertragen können. Die Ausstellung «SBB CFF FFS» ist bis zum 5. Januar 2020 im Museum für Gestaltung in Zürich geöffnet.


Post-it

18. November 2019 | asperger inside

Brief an die Neonfarbe

11. November 2019 | asperger about design

Hommage an eine verkannte Farbe

Liebe Neonfarbe,

mit dir assoziiert man leuchtende Absperrbänder, schrillen 80er-Kitsch oder Reklameschilder von Technik-Discountern. Doch Kunst? Oder zukunftsweisendes Design? Ehrlich, manch ein Designer würde eher seine Liebesbriefe in Arial schreiben, als Neonfarben in seinen Entwürfen einzusetzen.

Lass dir sagen: Man tut dir unrecht.

Klar, du bist nicht einfach zu handhaben. Aber genau darin liegt die Kunst: mit Fingerspitzengefühl deine Qualitäten jenseits von Trash und Kitsch heraus zu kitzeln.  

Schreiend, grell, aufwühlend, aufdringlich und schwer kombinierbar – das sagen dir viele nach. Vor allem: polarisierend. Entweder die Leute stehen auf dich oder nicht. Deshalb lassen viele die Finger von dir, sie wollen es sich mit Menschen nicht verscherzen, die dich unsexy finden,

Doch man kann dich auch anders beschreiben: Auffallend, leuchtend, für sich stehend, die Aufmerksamkeit auf sich ziehend. Alles eine Frage des Standpunktes. Und wer dich wohlwollend betrachtet, belohnt sich selbst – mit überraschenden Möglichkeiten.

Vielleicht musst du noch ein bisschen über deine Herkunft hinauswachsen, um anerkannter zu sein. Freilich ohne dich dabei zu verbiegen.

Du wurdest einst als Warnfarbe entwickelt. In den 40er-Jahren markiertest Du in den USA potenziell gefährliche Fahrzeugteile im Verkehrswesen. Bis heute ist es dein Job, Gefahrenbereiche kenntlich zu machen und abzusichern – deine hohe Farbsättigung macht dies möglich.

Dein Durchbruch jenseits von Strassenhütchen und Warnschildern kam in den 80ern, als es in war, in gestreifter Neon-Hose zur Neuen Deutschen Welle durch die Gegend zu hüpften. Später übernahm die Techno-Szene dich als modische Trendfarbe – auf der Loveparade gehörst du in Sachen Outfit zum guten Ton. Die Fitness-Szene mit ihren Trikots und Tops entdeckte dich ebenfalls, denn mit dir verbindet man Power und Kraft.

Und jetzt ist es Zeit, seriös zu werden. Richtig seriös, nicht nur ein bisschen mit Preisschildern, Flyern und Rabatt-Aufklebern für die Werbebranche. Das war dein Pflichtprogramm in der Welt des Marketings, jetzt kommt die Kür.

Die Kunst besteht darin, dich als Leuchtfarbe einzusetzen, ohne andere Inhalte zu überstrahlen. Das ist der Clou, denn das kannst du ja sonst so gut: andere schnell blass aussehen lassen. Wer diesen Drahtseilakt hin bekommt, kann sich auf die Schulter klopfen. Und entdeckt, wie cool du bist: Du sprichst für dich. Dein Leuchten macht Spass. Du bist unabhängig und auffällig. Du bist ein wahrer Eye-Catcher!

3 Gründe, warum wir eine VBZ-Anzeige für gelungen halten

1. Oktober 2019 | asperger charts

Am 29. Juli 2019 schalteten die VBZ folgende Anzeige – print wie online. Kurz zuvor hatte sich eine brütende Hitzewelle über die Schweiz gelegt. Wir laden Sie ein, diese Anzeige einmal auf sich wirken zu lassen.

In Zeiten der deutlich spürbaren Klimaveränderung ein bisschen Greta zu sein, das ist doch hip, oder? Diese Ansicht teilen nicht alle Kunden der VBZ – ein Blick auf die Kommentare unter dieser Anzeige bei Facebook reicht, um sich dessen zu vergewissern.

Ob eine Anzeige als gelungen erfahren wird, ist immer eine Frage des Standpunktes. Hier betrachten wir sie aus der Perspektive einer Designagentur, deren Herz für unkonventionelle und mutige Menschen schlägt. Einer Agentur, in der überwiegend Menschen wie Greta arbeiten, Menschen, die im autistischen Spektrum unterwegs sind und die in der Lage sind, sich mit all ihrem Können einem Thema zu verschreiben.

1 Die Anzeige polarisiert, schafft Lebendigkeit

Klar, nicht jeder identifiziert sich mit Greta. Das macht die Anzeige gewagt, daraus geniert sie einen Teil ihrer Vitalität.

Sie lädt zum Reflektieren ein: Warum wollen nicht alle Menschen automatisch ein bisschen Greta sein – auch wenn man ihnen freundlicherweise unterstellen kann, dass sie gerne automatisch etwas Gutes für die Umwelt tun würden?

2 Die Anzeige erleichtert das Umweltgewissen

Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit einem Augenzwinkern entfaltet die VBZ ein positives Gefühl in ihren Kunden, – zumindest hinsichtlich des eigenen Beitrags zum Umweltschutz. Denn ganz unabhängig dem jeweiligen Greta-Feeling vermittelt die Anzeige: Die Benutzung von Tram und Trolleybus ist erste Sahne für unsere Umwelt.  

3 Die Anzeige ist mit minimalstem Equipment gestaltet

Die Werbemacher reduzieren Gretas Style auf ein typisches Merkmal und finden so exakt ein Bild für die Vorzüge zur Benutzung von Tram und Bus. Minimalistischer und raffinierter geht es kaum.