Expertentalk über Visitenkarten

2. September 2019 | asperger likes

Warum die Visitenkarte im digitalen Zeitalter überlebt

Ein Business gestaltet sich nicht allein, es braucht kompetente Partner – wie die Druckerei Nicolussi, mit der die Asperger AG zusammenarbeitet. Mit ihr gemeinsam entwickelten wir unsere neuen Visitenkarten. Ein willkommener Anlass, um mit der Druckerei-Inhaberin Rita Nicolussi über die Bedeutung von Visitenkarten im digitalen Zeitalter zu sprechen.

Digitale Zeiten brauchen Greifbares – etwas, was man spürt

Eine Visitenkarte lebt von dem Moment der persönlichen Übergabe. Mit ihr gibt man etwas Gegenständliches aus der Hand. Sie bildet – im Anschluss an eine soziale Situation – eine physisch greifbare Erinnerung.

«Mit einer Visitenkarte erinnert man sich an eine spezifische Situation, in der alle Sinneskanäle beteiligt waren. Diese komplexe Erinnerung wird in dem Moment aktiviert, in dem man die Karte wieder zu Hand nimmt. Das ist eine andere Erfahrung, als beispielsweise den Namen einer Person nochmals zu googlen» führt Rita Nicolussi aus.

Weiterhin ist bezeichnend, dass wir im digitalen Zeitalter, in dem wir viele Anglizismen übernehmen, bei der altmodischen Bezeichnung «Visitenkarte» geblieben sind – anstatt eine «Business Card» aus ihr zu machen.

Das hat damit zu tun, dass wir Menschen an der sensorisch wahrnehmbaren Welt hängen und Visitenkarten an dieser Stelle eine Brückenfunktion erfüllen. Mit ihnen kommunizieren Unternehmen gleichermassen haptisch wie auch visuell. Das macht Visitenkarten in digitalen Zeiten unersetzlich.

Visitenkarten übertragen mehr als das Gedruckte

«Die Person, die ihre Karte übergibt, muss die Karte gernhaben, dann übergibt sie sie auch gerne» sagt Nicolussi. Das mag banal klingen, ist jedoch von Tragweite in Kundenbeziehungen: «Es gibt Menschen, die sich mit ihrer Karte nicht wohlfühlen. Dies ist bei der Übergabe spürbar – nur dass der Empfangende nicht weiss, worauf sich die atmosphärische Störung bezieht. Es besteht die Gefahr, dass er diese persönlich nimmt.»

Der Moment, in dem die Visitenkarte übergeben wird, lebt von Authentizität und er lebt von Material, das freudig aus der Hand gegeben wird.

Warnung vor «überbordender Prunkentfaltung»

Zugleich warnt die erfahrene Druckerei-Inhaberin vor «überbordender Prunkentfaltung» auf der Visitenkarte. Denn eine Visitenkarte soll vor allem die Werte einer Unternehmung vermitteln und sich nicht in dem verlieren, was designtechnisch alles möglich ist. Im Zweifelsfalle fährt man mit etwas Understatement besser.

«Die Kunst besteht im Weglassen, nicht im Hinzugeben» weiss Nicolussi. Um die reduzierte Fläche einer Visitenkarte angemessen zu gestalten, braucht es eine feine Balance zwischen Design, Typografie, Haptik und Druckqualität. Der damit verbundene Gestaltungsprozess ist manchmal aufwändiger als das Endprodukt selbst.

Was macht eine gute Visitenkarte aus?

«Sie ist sorgfältig, sie ist genau, sie muss zum Geschäft passen, – zu Kunden und Mitarbeitenden gleichermassen» bringt Rita Nicolussi es auf den Punkt.

Liebe Rita Nicolussi, wir danken für dieses Gespräch!